In Krisen dürfen die Kulturgüter nicht vergessen werden

Rino Büchel vom Schweizer Bundesamt für Bevölkerungsschutz wies auf die Wichtigkeit des Kulturgüterschutzes hin. Diesbezüglich erläuterte er, mithilfe welcher Maßnahmen er gewährleistet werden kann. Zu diesen gehöre u.a. der Aufbau eines Netzwerkes internationaler Bergungsorte. (Foto:BS/Giessen)

2004 brannte die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Goethes Wirkungsstätte Weimar. Damit verschwanden zahlreiche deutsche Kulturgüter. Dieses Beispiel zeigt, dass nicht nur Terroristen gefährlich für historische Hinterlassenschaften sein können.

Auf diesen Umstand wies auch Rino Büchel, Leiter des Bereichs Kulturgüterschutz im Schweizer Bundesamt für Bevölkerungsschutz, hin. Naturkatastrophen, Diebstahl sowie Vandalismus fügten Büchern, Gemälden sowie Bauten irreparable Schäden zu. Auf internationaler Ebene haben viele Nationen die Bedeutung von Kulturgütern erkannt und sich zusammengeschlossen. Sie bauen ein Netzwerk internationaler Bergungsorte auf. Diese Orte dienen dazu, Kulturstücke zu registrieren, zu konservieren und zu schützen, wenn sie an ihren ursprünglichen Standorten gefährdet sind.

Kommunen sind die entscheidenden Ersthelfer

Die Hauptarbeit finde jedoch auf lokaler Ebene bei den Kommunen statt, so Büchel auf dem Europäischen Katastrophenschutzkongress des Behörden Spiegel in Berlin. Die dortigen Verantwortlichen seien die entscheidenden Ersthelfer. Feuerwehrkräfte müssten für den Umgang mit Kulturgütern sensibilisiert werden. Es brauche spezielle Einsatzteams, die beim Bergen helfen, die Güter registrieren und angemessen verpacken, verlangte der Schweizer. Um einen Überblick in Krisensituationen zu gewinnen, nutzt die Eidgenossenschaft ein Inventarsystem mit geografischen Daten. Zum einen werden Kulturgüter wie besondere Brücken, Stadtarchive und Klöster registriert. Zum anderen sind deren geografische Lage gekennzeichnet. Damit können die Einsatzkräfte schneller planen, organisieren und strukturiert arbeiten.