Hanno-Peter-Preise: Bevölkerungsschutz im Fokus

Dr.-Ing. Florian Brauner stellt seine Forschungen bezüglich der möglichen Sicherheitsmaßnahmen für den ÖPNV vor. Dafür erreichte er den ersten Rang beim diesjährigen Hanno-Peter-Preis. (Foto: BS/Giessen)

„Die Hanno-Peter-Preise werden jungen Wissenschaftlern für ihre interessanten Forschungen zum Bevölkerungsschutz überreicht“, mit diesen Worten eröffnet Prof. Dr. med. Leo Latasch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin e.V. (DGKM), die diesjährige Preisverleihung.

Schutz in Zeiten des Terrorismus

Den ersten Preis erhielt Dr.-Ing. Florian Brauner von der Bergischen Universität Wuppertal. Er widmete sich dem Schutz des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Zeiten des Terrorismus. Auf dieser Basis erforschte Brauner das Szenario des Kofferbombenattentats auf dem Bahngleis. Hierfür entwickelte Entscheidungshilfen für die 600 Unternehmen und Kommunen, die den ÖPNV betreiben.

Internationalisierung der Katastrophenmedizin

Dr. med. Robert Wunderlich vom Universitätsklinikum Tübingen wurde zweiter. An Universitäten soll die Katastrophenmedizin nach internationalen Vorgaben ausgebildet werden. Dies sei vor dem Hintergrund, dass in den vergangenen Jahren 1,2 Millionen Menschen durch Katastrophen getötet wurden, von großer Bedeutung. Seine Arbeit untersucht, inwiefern sich die 37 deutschen Universitäten an entsprechende Vorgaben hielten. Aber das Ergebnis ist ernüchternd. Internationale Vorgaben für die Ausbildung in der Katastrophenmedizin wurden nur in geringem Umfang eingeführt. Wobei dies ein internationales Phänomen sei und dringender Handlungsbedarf bestehe, betonte Wunderlich.

Untersuchung des Verhaltens von Einsatzkräften bei einer Katastrophe

Den dritten Preis erhielt Alexandra Nipko, die ihre Abschlussarbeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg verfasste. Sie untersuchte, wie die Einsatzkräfte sich bei einem Schadensereignis mit 1.000 Verletzten organisieren, reagieren und welche Ressourcen genutzt werden könnten. Dabei zeigte sich, dass es in der Praxis an vielem mangele. So sei oftmals zu wenig Personal wie Ärzte und Rettungskräfte verfügbar. Hinzu käme ein Mangel an Rettungswagen sowie Sichtungsausrüstung für die Feuerwehrkräfte. Diese könnten sonst ebenfalls Ersthilfemaßnahmen ergreifen. Selbst unter optimalen Bedingungen sei die volle Einsatzfähigkeit erst nach zwei Stunden gegeben, kritisierte Nipko.