Gobbi: „Das Verbundsystem funktioniert wie ein Schweizer Taschenmesser!“

Könne sich auch eine allgemeine Dienstpflicht für Frauen vorstellen: Nationalrat Norman Gobbi. (Foto: BS/Giessen)

Die Schweiz sei zwar „ein kleines Land“, verfüge aber über einen großen Erfahrungsschatz mit Naturkatastrophen. Das betonte der Tessiner Staatsrat Norman Gobbi, Präsident der Regierungskonferenz Militär, Zivilschutz und Feuerwehr (RK MZF), auf dem gerade stattfindenden 13. Europäischen Katastrophenschutzkongress, den der Behörden Spiegel in Berlin veranstaltet.

Gobbi verwies in seinen Ausführungen u.a. auf die Nationale Risikoanalyse 2015 „Katastrophen und Notlagen“ für die Schweiz, die vom Berner Bundesamt für Bevölkerungsschutz erarbeitet worden war. Aufgrund der feststellbaren kontinuierlichen Zunahme der Schadenshöhen müsse ein „integrales Risikomanagement“ intensiviert werden. Vorsorgemaßnahmen seien dabei ein wichtiger Bestandteil im Rahmen des Sicherheitsverbundes Schweiz. Dessen Hauptpartner bestünden aus dem Bund, den 26 Kantonen sowie den großen Städten. Daneben gebe es das Verbundsystem Bevölkerungsschutz. Darin sei u.a. geregelt, dass Männer mit Schweizer Bürgerrecht im Zivilschutz dienstpflichtig seien, sofern für die Schutzdienstleistung tauglich und nicht Militär- oder Zivildienst leistend.

Der Schweizer Nationalrat erwähnte auch die subsidiäre Unterstützung durch die Armee: Falls die Kapazitäten anderer Behörden erschöpft seien, solle das Militär mithelfen. So könne es Sicherungsaufgaben übernehmen (wie beim Davoser Weltwirtschaftsforum), allgemeine Unterstützung bieten (z.B. bei der Tour Suisse) oder militärische Katastrophenhilfe leisten (wie beim letzten Waldbrand im Tessin).